Schweizer Piloten erneut erfolgreich

REMUS Formel Pokal 2015

Umbruchsituationen im Motorsport verlangen in mancher Richtung nicht nur Fingerspitzengefühl. Es geht darum Tatsachenentscheidungen im günstigen Moment zu treffen. Franz Wöss stand vor zwei Jahren vor so einer Entscheidung und hat aus heutiger Sicht das Richtige getan. Obwohl der beliebte Austria Formel 3 Cup für beendet erklärt wurde, lies sich der Schwarzenberger nicht so schnell aus der Ruhe bringen und organisierte mit Unterstützung der Veranstalter, der Team´s und Sponsor REMUS den gleichnamigen Formel Pokal  für die Formel 3, die Formel Renault und die Formel 1600. Damit fand der Formel-Breitensport im deutschsprachigen Raum seine Fortsetzung. Das Betätigungsfeld für die Teams aus der Schweiz, Deutschland und Österreich, sowie weiter angrenzender Länder im Mitteleuropa war in trockenen Tüchern. Dass dieser Weg goldrichtig war zeigte die diesjährige Saison. Mit insgesamt 22 Startern in der Formel 3 war der REMUS Formel Pokal richtig gut besetzt und konnte in vielen Belangen eine sehr gute Visitenkarte abliefern, die auch im Vergleich zu anderen europäischen Formelserien ohne weiteres Stand hält. Insbesondere die Kooperation mit der F.2 Italien Trophy  trug Früchte und macht Hoffnung auf das kommende Jahr.

Wie in der vergangenen Saison gingen einige Schweizer Teams diesen Weg mit. So unter anderem der Champion der Formel 3 Thomas Amweg. Der Aargauer hatte es 2015 allerdings mit starker Konkurrenz zu tun und konnte in der Endabrechnung seinen Titel nicht verteidigen. Trotz zwei ausgelassener Veranstaltungen hat sich Thomas Amweg im Dallara 305 Mercedes im zurückliegenden Jahr stark in Szene gesetzt und konnte sich über Gesamtrang drei freuen. Siebenmal stand Amweg bei den 14 angesetzten Rennen auf dem Podium. Ein Novum bleibt allerdings die Tatsache, dass er 2015 keinen Lauf gewinnen konnte, obwohl er wie am Salzburgring kurz davor war. Sandro Zeller ließ bei seinen beiden Starts in Hockenheim und am Salzburgring seine alte Klasse aufblitzen und siegte vor den Toren der Mozartstadt. In der Gesamtwertung spielte er aber in diesem Jahr keine Rolle. Es war für den Jo Zeller-Piloten eher eine spontane Entscheidung, zweimal im REMUS Formel Pokal dabei zu sein.

Eine Saison fast zum Vergessen ging für Marcel Tobler in Brünn zu Ende. Beim Finale glänzte Tobler in gewohnt starker Verfassung mit zwei Podesträngen. Zum Saisonauftakt in Monza lief es für ihn optimal. Das Ziel, an die erreichten Resultate des Vorjahres anknüpfen zu können, schien für ihn realistisch zu sein. Dann stoppte Tobler ein kapitaler Motorschaden, der ihm über den gesamten Sommer hinweg eine unfreiwillige Rennpause bescherte. Mit Rang 11 in der Endabrechnung blieb Tobler sicherlich unter seinen Erwartungen. In der kommenden Saison heißt bei ihm die Devise auf Angriff zu fahren. Nach der Neuorientierung einiger Formel-Renault-Piloten im REMUS Formel Pokal durchlebte Kurt Böhlen am Saisonbeginn eine unsichere Zeit. Doch Böhlen machte aus seiner Situation das Beste und stieg kurzerhand in die Formel 3 ein. Unterstützung gab es dabei von Franz Wöss. Böhlen pilotierte ab dem dritten Lauf in Hockenheim einen Dallara 308 Opel Spiess mit Erfolg. Dabei kam ihm seine jahrelange Erfahrung im Formel Renault zu Gute.

Kurt Böhlen meisterte den Umstieg mit Bravour und kämpfte munter im vorderen Feld der Formel 3 mit. Auf dem Salzburgring und in der Lausitz kletterte er aufs Podest und konnte sich am Saisonende in der Formel 3 Wertung über einen sechsten Gesamtrang freuen. Die Konkurrenz zollte dem Aufsteiger des Jahres größte Achtung nach den erzielten Resultaten. So ist es in der Formel - Szene keine Selbstverständlichkeit, wenn man von heute auf morgen in die Formel 3 einsteigt und sofort respektable Zeiten fahren kann, die letztendlich zum Erfolg führen. In der Formel Renault vertrat Adrian Knapp alleinig die Farben der Schweizer. Knapp siegte zweimal am Lausitzring und konnte sich auch im Autodrom Most in beiden Rennen auf dem Podium platzieren. Obwohl er erst sehr spät in die Rennserie einstieg, kann man seine erreichten Resultate mit Hochachtung kommentieren. In der Endabrechnung wurde er immerhin noch Zweiter. Adrian Knapp dürfte für 2016 zu den Piloten gehören, die in der Formel Renault eine volle Saison planen.  

RS.05.11.2015
(Presse REMUS Formel Pokal)     

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